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19.03.2020, 19:00

Jahreshauptversammlung


Ort: im Gebäude des Film-Club
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Dienstag, 11.02.2020 um 10:05

Stilllegungsplan der Deutschen Bundesbahn

Die Bahn hatte viele Besitzer, neben der Bergisch-Märkischen Eisenbahn Gesellschaft 1870, der 1920 gegründeten Reichsbahn kommt diese 1949 zur Deutschen Bundesbahn und 1994 zur Deutschen Bahn AG.

Kennzeichnend für die umgewandelte Deutsche Bundesbahn ab 1949, war ein aufgrund der Massenmotorisierung immer schärfer werdenden Wettbewerb mit dem Straßenverkehr, um die Anteile am Verkehrsmarkt.

Um den Kosten zu entgehen, wird unter dem zunehmenden Druck der Bundesregierung, bereits 1958 durch die Bahndirektion verkündet, das unrentable Strecken schnellst möglich stillzulegen sind.

So auch die von Wipperfürth nach Halver, was auch 1960 geschah. 1961 existierte die Trasse nicht mehr.

Auch der Bahnhof Gogarten wird zurückgebaut und geschlossen, Ohl-Rönsahl als Haltepunkt umgewandelt, der Bahnhof verkauft.

Der Bahnhof Hämmern mit 2 Gleisen und Gaststätte, der lange wichtig für den Milchkannentransport war, wird als Haltepunkt schon 1956 umgewandelt zurückgebaut und aufgegeben.

Die Bahndirektion führte weiter Untersuchungen zur Rationalisierung der Bahn im Bergischen durch.

Stückgutabfertigungen machten zu, wie zb Ohl-Rönsahl und Winterhagen.

Schon Mitte der 50er wird die Drehscheibe ausgebaut und die ersten Gleise abgebaut oder verkürzt. Trotz allem behielt Wipperfürth noch ihre KÖF323, da Wipperfürth noch der "Schwerpunktbahnhof" war.

Die Politik sah die Zukunft im individuellen Straßenverkehr, die Autoindustrie blühte, brachte Arbeitsplätze und Wohlstand.

Fast jeder normale Bürger hatte nun sein geliebtes Auto, und pflegt nicht nur seine Freiheit damit, sondern es wurde ein Statussymbol.

Die Politik war auf Stimmenfang und setzte das Geld in die Straße. Unter dem Slogan, "Freie Fahrt, für freie Bürger wurden alle Gedanken und Geld in die Straße investiert.

Bahnhöfe verloren das Personal und wurden ungepflegt, in neue Züge im Nahverkehr wurde kaum investiert, so wurde der Bus oder auch das eigene Auto immer konfortabler.

Die Bahn die immer noch ihre Kriegsschäden aufarbeiten mußte, mußte sich zum größten Teil selber finanzieren.

Die Bahn war uninteressant, die Autoindustrie gab den Ton an und verlangte mehr Straßen für mehr Autos.

Was für die Straße der "Käfer", blieb noch für die Schiene der "rote Brummer."

Der Schienenbus war noch rentabel und erbrachte fast vollständig die Leistung des Personenschienenverkehrs. Er wurde auch "der Retter der Nebenbahnen" genannt.

Auf der Strecke 412 war der Personenverkehr mit 11 Zugpaaren Anfang der 70 er immer noch beachtlich, durch die starke Nutzung der Schüler der Schulstadt Wipperfürth.

Noch verfügte nicht jede Familie über ein PKW und noch ging die Bahn auf die Wünsche der Kunden ein und stellte den Fahrplan nach den Zeiten der Berufspendler und Schüler ein.

Aber die Bahn bekam noch mehr Sparpläne, weil Geld für die Straße fehlte.

1975 stellt die Bahn den traditionell so bedeutenen Sonntagsverkehr ein. Die Stadt Wipperfürth verstand das untrügliche Zeichen und entsandte im September 1975 den:

"schärfsten Einspruch gegen eventuelle Absichten der Bundesbahn, den Personen-oder gar den Gütervekehr völlig einzustellen".

Bereits Anfang der 70er war die Abwanderung des Güterverkehrs auf die Straße in Wipperfürth sehr groß.

Der Bahntransport lag bei 19734 Tonnen, der Straßentransport sprang auf 155550 Tonnen.

Wipperfürther Firmen mit Bahnanschluß nutzten auch immer weniger die Bahn. Die Firma Blechmann und mit ihr die Wipperfürher Damfziegelei kurz "WI DA" hatte schon 1938 aufgegeben, da der Anschluß zuteuer und die Menge von 27 Güterwaggons zuwenig wurde.

Planmäßig machte die Bahn die Strecke, wie auch alle anderen Nebenbahnen, durch starke Rationalisierungen immer unatraktiver.

Durchlaufende Güterzüge gab es ab 1965 nicht mehr und wurden nur noch von Lennep abgewickelt, dies war umständlich und aufwändig, gleichzeitig erhöhte die Bahn die Preise.

1976 zeigte sich, dass die DB trotz heftiger Proteste der Anliegergemeinden und des Oberbergischen Kreises an ihre Stilllegungspläne festhielt. Im Focus stand vorerst noch der Personenverkehr.

Personal wurde weiter abgebaut. Die Fahrpläne immer kleiner.

Das Ende der Bahn, im nächsten Beitrag.

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Autor: Klaus Fink / Fotos:
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